Drei Königskirche Netstal
1420 wird erstmals urkundlich von einer kleinen Kapelle in Netstal berichtet. Alt Landammann Mathias Netstaler liess diese Kapelle bauen. Sie wurde 1421 zu Ehren der drei Heiligen Könige geweiht.
Durch das stetige Wachstum der Gemeinde wurde das ohnehin kleine Gotteshaus mit der Zeit vollends zu klein. Im Februar 1704 begann der Bau einer neuen, grossen Kapelle. Architekt war der Einsiedler-Mönch, Br. Kaspar Moosbrugger OSB. Am 10. Oktober 1708 wurde sie von Weihbischof Konrad Ferdinand von Konstanz feierlich zu Ehren der Hl. Drei Könige eingeweiht.
Später wurden Mittel und Wege gesucht, wie die Kollatur über die Kapelle (= Recht eine geistliche Stelle zu besetzen) erlangt werden könnte, denn dieses Recht stand seit dem 15. Jahrhundert unter dem Patronat der Familie Tschudi-Gräplang und wurde über 300 Jahre lang in der Familie behalten, bis zum Übergang an die Gemeinde im Jahre 1777. Der Brand von Glarus vom 10. auf den 11. Mai 1861 beschleunigte die längst erwünschte Loslösung aus der kath. Kirchgemeinde Glarus. Per Dekret vom 8. Dezember 1875 hiess Bischof Nicolaus Florentini in Chur die Trennung zwischen Glarus und Netstal gut. Damit war die Erhebung der Kapelle zur Pfarrkirche vollzogen. Die katholische Kirchgemeinde Netstal war gegründet.
Wieder war es der Platzmangel, der den Gedanken aufkommen liess, eine neue Kirche zu bauen. Im Jahre 1899 begann die Geldsammlung für das grosse Vorhaben. Am 7. August 1933 wurde der erste Spatenstich für die heutige Kirche getan. Die Glocken trafen am 18. Oktober 1934 ein (Beschreibung siehe hinten). Am Glockenaufzug vom Montag 22. Oktober 1934 war die gesamte Schuljugend beteiligt. Nach anderthalbjähriger Bauzeit erfolgte am 24. Februar 1935 die Einweihung durch den Bischof von Chur.Danach begann der Abbruch der alten Kirche.
Eine grosse Zuschauermenge verfolgte am Donnerstag dem 10. Mai 1935, wie der Turm mit starken Drahtseilen zu Fall gebracht wurde.
Mit der sanften Innenrenovation von 1991 gelang es, mit Gestaltung und Farbe den Charakter des Innenraumes zu erhalten. Einzig die Orgel wurde vollumfänglich neu erstellt und am 24. April 1994 eingeweiht.